Galaktischer Nebel Sh 2-60

Sharpless 2-60
Sharpless 2-60: H-II Region mit Dunkelnebel in Scutum; © Brian S. Boothman

Geschichte

Edward E. Barnard erkannte auf seinen Fotografien, dass dunkle Bereiche am Himmel nicht immer durch das Fehlen von Sternen verursacht werden, sondern auch von dunklen, undurchsichtigen Nebeln herrühren können. Er veröffentlichte 1919 seinen Katalog mit 182 solchen «dunklen Markierungen am Himmel», in dem dieser Nebel unter der Nummer 103 mit den Anmerkungen aufgeführt wurde: «Unregelmäßig; Durchmesser 4′; ein kleiner Stern darin.» [239] Nach Barnards Tod im Jahr 1923 erschien 1927 der «Photographische Atlas ausgewählter Regionen der Milchstraße». Der Nebel Barnard 103 ist auf den Tafeln 36 und 37 mit zusätzlichen Anmerkungen dargestellt: «Offenbar ein reales Objekt, der südlichste von mehreren dunklen Markierungen, die einen Bereich von 45′ Durchmesser bedecken. Sie bilden eine gezackte Umrandung an der Nordwestseite der großen Sternwolke im Schild.» [609]

Der amerikanische Astronom Stewart Sharpless untersuchte in den 1950er-Jahren die Fotoplatten des «Palomar Observatory Sky Survey», die mit dem 48-Zoll-Schmidt-Teleskop aufgenommen worden waren, und veröffentlichte 1959 einen Katalog mit 313 H-II-Regionen, darunter Sh 2-60. [310]

1962 veröffentlichte Beverly T. Lynds in ihrem «Katalog dunkler Nebel» eine Zusammenstellung von 1802 Nebeln, die sie auf Fotoplatten des «National Geographic Palomar Observatory Sky Atlas» identifiziert hatte. Darin führte sie Barnard 103 als LDN 497 auf. [473] In ihrem 1965 veröffentlichten «Katalog heller Nebel» verzeichnete sie den Nebel Sh 2-60 als LBN 025.36+00.24 (LBN 82). [270]

Sh 2-60 & Barnard 103
Sh 2-60 & Barnard 103: Gebiet um H-II Region Sharpless 2-60 und Dunkelnebel Barnard 103. Vergleich zwischen sichtbarem Licht (Digitized Sky Survey) und Infrarot (Spitzer IRAC). [147]

Physikalische Eigenschaften

Diese Region enthält Wasserstoff-Alpha emittierende Nebel, dunkle Molekülwolken sowie junge, massereiche Sterne der Spektraltypen O und B. Diese kollidierenden Wolken lösen Sternentstehung aus. Infrarotaufnahmen zeigen zahlreiche blasen-, ring- und schalenförmige Strukturen, die sich in die umgebende Umgebung ausdehnen. Die geschätzte Entfernung dieser Nebel beträgt etwa 3 kpc. [760]

Daten von Simbad [145]
NameTypRA
(J2000.0)
Dec
(J2000.0)
Size
[']
Identifiers
Sh 2-60HII18h 36m 42s-06° 37' 28"BBW 35201; LBN 025.36+00.24; LBN 82; RCW 173; SH 2-60
LDN 485DNe18h 36m 42s-06° 57' 00"49 × 49LDN 485; [DB2002b] G25.06+0.09
LDN 494DNe18h 37m 00s-06° 27' 00"7 × 7LDN 494; [DB2002b] G25.54+0.25
LDN 495DNe18h 38m 58s-06° 44' 00"2.5 × 1.5LDN 495; [DB2002b] G25.52-0.31
LDN 497DNe18h 39m 11s-06° 37' 15"7.8 × 10.2Barnard 103; LDN 497; TGU H231 P4
LDN 498DNe18h 40m 11s-06° 40' 48"LDN 498

Auffindkarte

Der Nebel Sh 2-60 befindet sich im Sternbild Scutum. Am 1. Juli steht er in Opposition zur Sonne und erreicht daher gegen lokale Mitternacht seinen höchsten Stand am Himmel.

Scutum: Galaktischer Nebel Sh 2-60
Auffindkarte Galaktischer Nebel Sh 2-60
19:19
00:59 | 83.4°
06:40
Karte mithilfe von Cartes du Ciel (Skychart) und STScI Digitized Sky Survey erstellt. Grenzgrößen: Sternbildkarte ~6.5 mag, DSS2-Ausschnitte ~20 mag. Zeitangaben für Zeitzone UTC, Breitengrad 0°, Längengrad 0°, Horizonthöhe 5°, Datum 2026-06-16 [96, 160]

Objekte innerhalb eines Radius von 10°

Quellenangaben